bmk Gruppe

Um nicht durchzudrehen, macht Stefan nach 36 Jahren Schluss

Stefan Dörner macht nach 36 Jahren als Leiter Verkauf im Handel Schluss und fängt in der bmk Gruppe ganz neu an. Nur was er tun wird, weiß er nicht genau. Was er weiß, ist, dass ihn dieser Geschäftsführer haben will und dass die Chemie stimmt. Er möchte etwas anderes machen, etwas Vernünftiges, er will „schaffen“, sonst dreht er durch.

21.12.2023

Sie wirken ruhig und entspannt. Wie kommt das?

Langsam komme ich runter. In meiner früheren Tätigkeit war ich im Dauerstress. Ich war im Handel nonstop gefordert – lange Arbeitstage, auch samstags, konnte nicht an einer Sache konzentriert arbeiten. Das ist jetzt anders. Man gibt mir die nötige Zeit für meine Einarbeitung, die ich brauche. Es wird kein Druck gemacht oder werden überhöhte Erwartungen an mich gestellt. Das tut mir gut. Ich werde ruhiger. In meiner neuen Position habe ich meine Ruhe und kann konzentriert arbeiten. Das geht hier allen so. Jeder ist froh, dass er in Ruhe schaffen kann.

Nach 36 Jahren Betriebszugehörigkeit, in verantwortlicher und sicher auch gut bezahlter Position, zu kündigen, ist mit Risiken verbunden, wenn nicht sogar verrückt.

Ich hatte und habe eine sehr große Lust, etwas anderes zu machen. Von der Lehre bis zur Führungsposition war ich im selben Handelsunternehmen. Für mich kam nichts mehr Neues – ich kannte alles, wirklich jedes Detail und fühlte mich nicht mehr gefordert. Nun bin ich ein „Macher“ und brauche vernünftige Herausforderungen, sonst drehe ich durch. Mein Hirn soll nochmals ganz neu gefordert werden.

Mir war klar, dass, wenn ich jetzt mit Anfang 50 nicht wechsle, werde ich diesen Schritt nicht mehr wagen. Ich hatte Lust, und es war der richtige Zeitpunkt.

Verrückt? Nein, das ist nicht verrückt. Das war ein guter und notwendiger Schritt. Verrückt war, „wie“ mein Wechsel zustande kam.

Wie kam es zu Ihrem „verrückten“ Wechsel in die bmk Gruppe?

Eine Bekannte gab mir den Tipp, mich initiativ bei der bmk Gruppe zu bewerben. Nach erstem Zögern und der Frage, „Was soll ich in einem Steinbruch?“, habe ich einfach meine Bewerbungsunterlagen gesendet. Ich habe mich nicht mal auf eine konkrete Stelle beworben. Die bmk Gruppe kannte ich nur vom Namen.

Tatsächlich kam es zu einem Vorstellunggespräch mit dem Geschäftsführer. Also haben wir uns unterhalten – über zwei Stunden lang. Das Gespräch lief sehr gut. Man hat erörtert, was ich kann und wie ich mich in die bmk Gruppe einbringen könnte. Völlig frei von den Anforderungen einer konkreten Stelle. Man war sich sofort sympathisch. Nach weiteren Gesprächen, auch mit der Personalleitung, hatte ich das Gefühl, dass die mich wollten, und ich wollte auch. Nur was ich in der bmk Gruppe genau machen sollte, blieb unklar.

Sie haben gewechselt, ohne zu wissen, was Ihre Aufgabe sein wird?

Ja.

Die intensiven Vorgespräche haben mir gezeigt, dass ich in der bmk Gruppe mitgestalten werde, dass ich mitdenken und umsetzen werde. Ich bin kein zögerlicher Bedenkenträger. Wenn ich sehe, dass irgendetwas nicht so läuft wie es soll, dann reagiere ich einfach. Ich habe immer Ideen und muss aktiv werden.

Sie sind also ein echter Quereinsteiger, haben von der Materie Steinbruch keine Ahnung und hatten ihren ersten Arbeitstag im Juni ohne Stellenbeschreibung?

Unglaublich.

Die Einarbeitung war mega. Ich habe mir die Unternehmensgruppe bmk bis ins Detail genau angeschaut. War an jedem Standort und in jeder Abteilung. War bei allen Produktionsschritten dabei – von der Sprengung bis zur Bauschuttentsorgung. Natürlich gehört auch dazu, dass ich mich selbstständig einlese und recherchiere. Ich stelle Fragen und bekomme von meinen Kolleg*innen immer fachkundige Antworten.

Mir ist sehr schnell klar geworden, dass bmk mehr als ein Steinbruch ist. Es geht hier um professionelle geologische Arbeit, um naturverträglichen Abbau, um ressourcensparende Weiterverarbeitung, um Zukunftssicherung und Modernisierung, um Innovationen etc. und um extrem viele Gesetze, die wir einhalten und deren Umsetzung wir dokumentieren müssen.

Heute ist Ihr Titel „Referent für Sonderprojekte“. Stefan Dörner, was tun Sie?

Konkret beschäftige ich mich mit allen organisatorischen Abläufen und Prozessen in der bmk Gruppe und entwickle Optimierungen und packe die Änderungen an. Dazu gehört auch das Energiemanagement, das für uns als energieintensives Unternehmen eine große Herausforderung darstellt. Dabei arbeite ich sehr eng mit meinem Vorgesetzten, Daniel Waibel, dem Leiter Strategie, Qualität und Produktion, zusammen. Ich genieße vollstes Vertrauen bei ihm, und die Zusammenarbeit macht mir sehr großen Spaß.

Ein Vorteil ist sicher, dass ich branchenfremd bin und einen gänzlich neutralen Blick auf das Unternehmen habe. Das hilft mir bei meiner Arbeit sehr.

Das Einkaufsmanagement konnte bereits deutlich optimiert werden. Zum Beispiel gibt es jetzt einen zentralen Einkauf für die Gesamtgruppe für Maschinenersatzteile, Arbeitskleidung und auch zukünftig für Kraftstoffe.

Ein aktuelles Sonderprojekt, welches ich leite, ist zum Beispiel der Umzug eines Puffersilos von Weißlensburg nach Ilsfeld. Sie glauben gar nicht, wie umfangreich die gesetzlichen Vorgaben sind, welche es hier einzuhalten gilt.

Das sind tiefgreifende berufliche Veränderungen, die bestimmt auch in Ihrem Privatleben spürbar sind?

Zwei Tage hintereinander frei, ein echtes Wochenende zu haben, das tut schon gut. Abends bin ich zu Hause. Zuerst musste ich mich daran gewöhnen und mein persönliches „Time Management“ anpassen. Ich kann mich jetzt wieder mehr meinem Hobby widmen, der Musik. Ich glaube, zwischenzeitlich habe ich so etwas wie Freizeitstress. Wenn ich was mache, dann halt richtig.

Ich habe die Entscheidung, mein Leben zu ändern, noch keine Sekunde bereut.

Vielen Dank an Stefan Dörner für das Interview

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AUSZUG NEUEINSTELLUNGEN

Stefan Dörner
Referent Sonderprojekte

52 Jahre
Seit Juni 2023
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